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FussAbdruck

Eingereicht on 04.11.2009 – 16:41 3 Comments

blogpost_einfamilienhaeuser_squareFür viel Aufruhr sorgte in den vergangenen 10 Tagen der Grüne Jung-Nationalrat Bastien Girod. „Wie man in den Wald ruft, so tönt es heraus“ – diese alte Weisheit musste er in den letzten Tagen wohl auf unangenehme Weise lernen. Er lancierte ein Papier als „Tabubruch“ – entsprechend wurde danach praktisch nur über das angebliche linke Tabu Migration und Migrationspolitik geredet und nicht über das, was Bastien irgendwie auch noch sagen wollte. Ich habe mit meinem Parteikollegen weder Mitleid noch viel Nachsicht für Missverständnisse, die er selbst provoziert hat. Aber ich diskutiere gerne dort weiter, wo die Provokation die Debatte über wesentliche grüne Kernthemen in den Hintergrund drängte.

Wer seit Jahren grüne Politik verfolgt, kennt die Punkte. Dass es Grenzen des Wachstums gibt. Dass unsere westeuropäische Lebensweise nicht welttauglich ist. Oder anders: dass unser ökologischer Fussabdruck viel zu gross ist. Dass das Wachstum des Bruttosozialprodukts kein Massstab für den Wohlstand ist. Wenn dann schon eher einer für die Umweltzerstörung. Dass die gepriesene Effizienzrevolution nur in wenigen Bereichen sich wirklich abzeichnet. Dass der Boden ein beschränktes, endliches lebensnotwendiges Gut ist.

All dies sind gern verdrängte Punkte. Denn die Lösungen in den  angesprochenen Bereichen sind nicht unbedingt sexy. Sie rutschen nicht so flutschig hinunter wie „Green New Deal“. Und sie rufen weder Beifall aus der falschen noch viel Begeisterung in der eigenen Ecke aus. Sondern erst mal Nachdenken. Solche Lösungsansätze könnten sein: Beschränkung der Wohnfläche pro Kopf. Verbindliche landesweit koordinierte und durchgesetzte Raumplanungsvorschriften, die mittelfristig Wohnen und Arbeit wieder näher zusammenbringen. Verdichtung nach innen statt Einfamilienhaus-„Idylle“. Mehr Stadt statt Wohnen auf dem Land – damit überhaupt noch Land bleibt. Verbot des Zweitwohnungsbaus – für Aus- wie für Inländer. Ja, und mindestens so dringend wie die Diskussion darüber, wann und unter welchen Rahmenbedingungen Banken (teil)verstaatlicht werden sollen, wäre die Diskussion darüber, mit welchen vernünftigen Gründen überhaupt das Privateigentum am Boden gerechtfertigt werden kann.

Es gibt noch genügend nachzudenken. Die wirkliche Provokation für politisch verantwortungsbewusste Menschen ist das blinde „Weiter so!“ der bürgerlichen Mehrheitspolitiker, die mit der Angst vor den nötigen Veränderungen von der eigenen Unfähigkeit ablenken, eine zukunftsfähige Politik zu wagen.

Balthasar Glättli

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3 Comments »

  • Ich pflichte dir bei, dass Massnahmen, die wirklich dazu geeignet wären, den ökologischen Fussabdruck zu verringern, sicher nicht populär sind und sein werden. Ich sehe auch in absehbarer Zukunft keine politischen Mehrheiten für solche Zwangseinschränkungen, wie du sie zur Diskussion stellst. Für viel wahrscheinlicher halte ich, dass wir an unserem verschwenderischen Lebensstil festhalten, bis der wirtschaftliche Druck uns zwingt, auf «kleinerem Fuss» zu leben.

    Ich finde, die Schweiz sollte nicht erneuerbare Ressourcen (und dazu gehört auch der Boden) radikal steuerertragsmaximierend besteuern. Dadurch würden die Schweizer Unternehmen und wir alle mit sanftem, aber teurem Druck dazu gebracht, möglichst rasch auf erneuerbare Ressourcen umzusatteln – oder wo das nicht möglich ist, wenigstens sparsamere Technologien einzusetzen. Diese der absehbaren Preisentwicklung vorauseilende Politik würde ein Wettbewerbsvorteil der Schweizer Wirtschaft bedeuten, weil dann, wenn alle anderen auch umstellen (müssen), haben wir diesen Schritt längst geschafft.

    Um der Privatwirtschaft nicht einfach Geld zu entziehen und in Staatsausgaben umzulenken, schlage ich vor, das so eingenommene Geld allen BewohnerInnen gleichmässig wieder zu verteilen.

  • odin sagt:

    Alles kommt einmal an seine Grenze, auch das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Nichts ist unendlich, außer das Weltall…

    Aber Herr Glättli ist für mich genauso unglaubwürdig wie Herr Girod.
    ” Wer seit Jahren grüne Politik verfolgt, kennt die Punkte. Dass es Grenzen des Wachstums gibt “… und weiter ” Dass das Wachstum des Bruttosozialprodukts kein Maßstab für den Wohlstand ist “…

    Das sagen Sie jetzt wieder so salopp. Dabei gehören die Grünen auch zu jenen Leuten, die ständig mit jedem Land einen freien Personenverkehr möchten. Das verschärft dann genau die Probleme die Sie ansprechen. Es wird immervon links argumentiert, dass die Schweiz mit jedem Land so etwas brauche, um wirtschaftliches Fortkommen zu garantieren. Um damit eben auch mindestens das Bruttosozialprodukt zu halten.

    Entscheiden Sie sich also für eine Richtung. Entweder weiter für Masseneinwanderung und Zersiedelung, oder dann keine Einwanderung und keine Neubauten mehr. Beides zusammen ist einfach nicht zu haben mit so einer Anspruchshaltung.

  • @odin

    Entscheiden Sie sich also für eine Richtung. Entweder weiter für Masseneinwanderung und Zersiedelung, oder dann keine Einwanderung und keine Neubauten mehr.

    Man muss keinesfalls vorgaukeln wollen, dass Migration keine Probleme verursacht. Doch an der Zersiedelung der Schweiz sind die Zuwanderer wirklich nicht schuld, dieses Problem ist hausgemacht.

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