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Schüsse in der Lower East Side

Eingereicht on 08.08.2010 – 12:41

Szene aus «The Wire»: Alltag in Bodymore, Murderland

Daley bahnte sich einen Weg durch die Menge, während Matty die Hand auf den Arm des Rothaarigen legte, damit er schwieg, bis Bobby herkam und sie das Paar trennen konnten. Der junge Mann wirkte übermüdet, aber nüchtern, seine Freundin ein bisschen flatterig, aber ebenfalls klar. Kurz darauf ging Matty mit dem jungen Mann um die Ecke, seine Freundin sah ihm über die Schulter nach, als Oh sie in die entgegengesetzte Richtung führte.
«Okay», sagte Matty, als sie schliesslich allein vor einem baufälligen Schteibl standen, einer Talmudstube in der Allen Street. «Was gibt’s?»
«Wie schon gesagt, meine Freundin und ich waren dabei, als das alles abging.»
«Als was abging?»
«Die Schiesserei hier.»
«Okay.»
«Was der Typ Ihnen über zwei Schwarze gesagt hat, Dominikaner oder was auch immer da aus heiterem Himmel auf sie zugekommen ist, ja?»
Der junge Mann steckte sich eine Zigarette an und blies kräftig aus. «Der lügt wie gedruckt.»

Richard Price, 61, Drehbuchautor von Martin Scorseses  Film «The Color of Money», Autor des Romans «Clockers», der von Spike Lee verfilmt wurde, und Drehbuch-Autor der preisgekrönten und unvergleichlichen TV-Serie «The Wire», hat ein neues Buch geschrieben: «Cash». Es handelt von einem Mord in der Eldridge Street in der Lower East Side, spielt in den umliegenden Strassen (Siehe Karte – zweimaliges Anklicken macht sie leserlich gross. Sehr empfohlen, die Karte bei Lektüre des Buchs zur Hand zu haben) und ist ein Buch über ein Viertel im schnellen Wandel, «ein emotional intensives Herzschlagporträt New Yorks und seiner Bewohner, die durch diesen umwerfenden, geradezu filmischen Roman unsterblich werden», wie die New York Times schreibt. Weil Price für «Cash» jahrelang recherchiert hat, liest sich der Roman wie ein Sachbuch, ist die Fiktion ein sehr genaues Abbild der Realität. So genau schauen nicht viele hin. Ein Roman, der die Realität besser beschreibt als viele Lokalredaktionen. Wer «The Wire» mochte, wo anhand eines lakonischen Beschriebs der Stadt Baltimore der gesellschaftliche Niedergang der USA dokumentiert wird, der wird «Cash» lieben.