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Sommaruga: Ein Glücksfall für den Tagi

Eingereicht on 11.08.2010 – 11:55

Die SP bewegt sich. Noch vor ein paar Jahren wäre eine Bundesratskandidatin Simonetta Sommaruga unvorstellbar gewesen. Zu verhasst war die Bernerin beim linken Parteiflügel (…)
via Tages-Anzeiger

Willkommen im Hype! Willkommen bei den Bundesratswahlen 2010! Und jetzt bitte den Helm aufsetzen! Denn die nächsten zwei Monate bis zur Wahl wird das Leben hart, sehr hart …

Seit die Bundesräte Moritz Leuenberger und Hans-Rudolf Merz ihren Rücktritt bekannt gegeben haben, werden unter den Journalisten wieder mehr Wetten abgeschlossen als während der Fussball-Weltmeisterschaft. Die Zeitungsredaktionen geben Volksbefragungen in Auftrag, die Schreiberlinge schmeissen mit Kandidatennamen um um sich: Johann Schneider-Ammann, Karin Keller-Sutter, Simonetta Sommaruga, Jacqueline Fehr, Pascale Bruderer … die Liste liesse sich fortsetzen. Aber die Liste potentieller Kandidaten spielt keine Rolle. Denn was alle diese Möchtegern-Bundesratsmacher gerne vergessen: Der Bundesrat wird weder vom Volk noch von den Journalisten gewählt, sondern von 246 Parlamentarierinnen und Parlamentariern. 2007 lässt grüssen …

Der Tags-Anzeiger weiss heute zu berichten, dass die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga die Nachfolge von BR Leuenberger antreten will. Keine Überraschung. Keine Überraschung auch, dass Patrick Feuz dies als «Glücksfall für die SP» wertet. Der Tagi-Bundeshaus-Chef zeichnete sich in Vergangenheit vor allem dadurch aus, ein konsequenter Anti-Sozialdemokrat zu sein. Sommaruga, die offenbar so ziemlich das verkörpert, was Feuz von der SP erwartet (nämlich möglichst rechts zu sein), ist damit ein Glücksfall für ihn. Heute schreibt er in seinem Kommentar:

Der Zuspruch für Sommaruga ist Zeichen eines sanften Umdenkens in der Partei. Viele Sozialdemokraten sehen inzwischen: Linke Politik muss heute flexibler sein als vor der Globalisierung.

Das bedarf vielleicht einer Übersetzung. Was uns Feuz wirklich sagen will:

Ich habe es ja schon immer gesagt. Endlich sehen die Sozis das auch ein. Sozialdemokratie ist out. Linke Politik muss rechts sein – oder wenigstens irgendwo in der Mitte.

Diese Haltung ist absurd. Natürlich kann man die SP das Hinterletzte finden. Kein Problem. Mir geht es manchmal auch so. Man muss sie ja nicht wählen. Aber dass bürgerliche Journalisten ständig versuchen, der SP ins Gewissen zu reden (Feuz steht da nicht alleine), sie solle sich endlich in die Mitte bewegen, ist ein so sinnloses Argument wie das der Waffennarren, die der GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) bei jedem Abstimmungskampf vorwerfen, dass sie die Armee abschaffen wollen.

Umgekehrt habe ich noch keinen Kommentar gelesen, die SVP müsse endlich einsehen, dass das ewige Ausländerbashing out sei, und sich die Partei endlich gegen links öffnen solle …

Und wenn wir schon bei der SVP sind. Der Tagi hat heute – wie originell – gleich auch noch den out-of-the-game-Politiker Christoph Blocher zu den Bundesratswahlen befragt. Und da darf der alternde Milliardär dann sagen:

Die SP hat 2007 Eveline Widmer-Schlumpf zur Wahl vorgeschlagen und gewählt, damit ist die Justizministerin ihre Vertreterin. Wir müssen also gegen die SP um den Sitz von Moritz Leuenberger kämpfen.

Widmer-Schlumpf ist jetzt also in der SP? Ist der Mann wirklich schon so senil? Spätestens an dieser Stelle hätte der fragende Journalist Blocher freundlich darauf hinweisen können, dass er lieber jemanden zum Thema befrage, der etwas Ernsthaftes zu sagen hat.

Und dann hätte er das Telefon aufhängen sollen.

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