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6 Wochen Ferien für alle

Eingereicht on 25.01.2012 – 11:45 5 Comments

Vom «Ende der Arbeitsgesellschaft» reden viele. Tatsächlich aber ist der gesetzliche Ferienanspruch seit einem Vierteljahrhundert bei vier Wochen geblieben. Der Stress am Arbeitsplatz dagegen stieg massiv. Die Ferieninitiative sichert nicht nur die notwendige Erholungszeit – sondern sie trägt auch dazu bei, dass der Produktivitätsfortschritt sozial gerechter an alle verteilt wird.

In den anderthalbJahrzehnten von 1992 bis 2007 ist die Arbeitsproduktivität in der Schweiz um 21.5 Prozent gestiegen. Die Reallöhne erhöhten sich im gleichen Zeitraum jedoch nur um bescheidene 4.3 Prozent. Und die durchschnittliche Arbeitszeit verringerte sich kaum. Entsprechend stiegen umgekehrt die Gewinne der Firmen. Mit der Ferieninitiative soll der künftige Produktivitätsfortschritt stärker auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugute kommen. Nicht in Form von Geld. Sondern in Form von Erholungszeit.

Stress schadet

Das ist nötig. Denn der Stress am Arbeitsplatz hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Es gibt guten Stress – den kenne ich auch: Wenn fast zu viel läuft, aber irgendwie gehört der Kick auch dazu. Es gibt Prestige-Stress. Wenn man schon fast gestresst scheinen muss, damit man wichtig ist. Aber es gibt auch richtig gesundheitlich schädlichen Stress, Überbelastung, Überarbeitung, Überforderung. Diese psychische Belastung der Einzelnen hat dabei auch finanzielle Folgen. Die Stressstudie des SECO aus dem Jahr 2000 errechnete über  4 Milliarden an stressbedingten Kosten. Unterdessen hat sich der Betrag laut Gesundheitsbefragung 2007 auf 10 Milliarden mehr als verdoppelt.

Die Initiative ist wirtschaftlich tragbar

Es ist darum fair und richtig, gute Ferienregelungen nicht nur bestimmten Branchen und höheren Angestellten vorzuenthalten. Heute haben besonders Arbeitnehmende mit tiefem Einkommen und Teilzeitarbeitende im Stundenlohn kaum Ferienregelungen, welche über das gesetzliche Minimum hinausgehen. Im statistischen Durchschnitt dagegen sind bereits jetzt 5 Wochen die Regel. Entsprechend ist der erste Schritt der Initiative, die Anhebung auf 5 obligatorische Ferienwochen für alle, wirtschaftlich gut verkraftbar. In den kommenden fünf Jahren soll der Ferienanspruch jährlich um einen Tag steigen, bis die sechste Ferienwoche für alle erreicht ist.

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5 Comments »

  • Rolf Raess sagt:

    Betr. 6 Wochen Ferien für Alle
    Sendung am TeleZürich gegen eine SVP Vertreterin vom Sonntagnachmittag 11.3.12
    Ich bin erstaunt über Ihre naive Argumentation gegenüber dieser SVP-Vertreterin, Herr Glättli.
    Schade!

  • Wie hätten Sie denn argumentiert? Das würde mich interessieren!

  • Rolf Raess sagt:

    Ihre Argumente vor der Abstimmung sind für mich völlig ok, daher habe ich auch für diese Initiative gestimmt. Darum hat mich Ihre Replik der SVP-Vertreterin gegenüber, im TeleZüri geärgert. Sie haben u.A. von übertriebener Forderung ihrer eigenen Initiative (!) gesprochen und auch die Konterung, wie “vernünftig die Schweizer” seien… war mehr als schlapp. Hier wäre notwendig gewesen von der teuren Propagandaschlacht um den Stimmbürger zu reden und woher das Geld kommt. Sie kennen doch den Herrn Bührer aus Schaffhausen, oder?
    Viele Grüsse
    Rolf Raess
    8048 Zürich

  • Lieber Rolf Raess
    danke für diese Kritik “von links” – davon bräuchte es mehr! Nun, nach einer leider so deutlichen Niederlage kommt es meines Erachtens schlecht an, wenn man einfach die gleichen Argumente wie vor der Abstimmung repetiert; und natürlich ist die Propagandaschlacht eine Realität, allerdings ist auch zu sagen, dass das JA im Gegensatz zu anderen Kampagnen von unserer Seite relativ viel Geld hatte – und vielleicht dieses auch einfach suboptimal eingesetzt wurde. Ich habe versucht, mit meinem Kurzstatement “zu retten was zu retten ist”, nämlich die Gegner daran zu erinnern, dass sie 1. zugegeben hatten, dass der Stress ein Problem ist und 2. darauf hingewiesen hatten, dass via GAV ja Branchenlösungen möglich sind und 3. in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass es gerade jene ArbeitnehmerInnen “zuunterst” sind, die am häufigsten nur 4 Wochen Ferien haben muss und dass hier die Wirtschaft in der Pflicht steht.

    Das war zugegeben vielleicht etwas defensiv.
    Balthasar Glättli

  • Rolf Raess sagt:

    Sehr geehrter Herr Glättli
    Meine Kritik, in diesem Fall, sollte Sie nicht hindern weiterzumachen. Mir ist klar, dass die Grüne Richtung in der Politik die Zukunft wäre. Als Alternativenergie-Unterstützer seit 1974 (via ETHZ & damals EIR) bin ich natürlich froh, dass sich eine Gruppierung, wie die Grünen, gebildet hat. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Partei daher viel Erfolg. Danke!

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