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Immer mehr Autos – was nun?

Eingereicht on 07.02.2012 – 21:36

Wohnen und Arbeiten müssen wieder zusammenkommen

Die klassische Erklärung liegt im Bereich der Raumplanung: Die Zahl der PendlerInnen und die Pendlerdistanzen nehmen massiv zu. Das zeigt der Vergleich von 1970 und 2000 – einfach mit der Maus über die Grafik fahren. Die Grafik zeigt den Anteil von Erwerbstätigen, welche ausserhalb ihrer Wohngemeinde arbeiten:

 

 

 

 

 

 

 

 

Das grösste Problem ist der Freizeitverkehr

Allerdings hat auch die Geschwindigkeit zugenommen – gerade im öffentlichen Verkehr. Darum ist trotz grösserer Wege die tägliche Wegzeit für Arbeit und Ausbildung seit 1984 kaum gestiegen. Massiv gestiegen ist dagegen der Verkehr im Freizeitbereich.

Gerade hier könnte eine klare Erhöhung der Benzinpreise einen Anreiz zur Verkehrsverminderung setzen. Allerdings braucht es dazu mehr als ein paar Rappen.

Damit die Konsumenten in grosse Zahl ihr Fahrverhalten ändern, müsste der Benzinpreis wohl noch einiges höher liegen. Wo die Schmerzgrenze liegt, lässt sich kaum sagen. Einige Experten nennen einen Literpreis von 3 Fr., andere sehen ihn näher bei 5 Franken. (NZZ, 26. Mai 2008)

Leider allerdings sind solche Forderungen momentan weit von jeder politischen Realisierbarkeit entfernt. Letzten Herbst musste links-grün im Nationalrat sogar schweren Herzens Anträge zurückziehen, endlich eine bescheidene C02 Abgabe auf Treibstoffen einzuführen – die Bürgerlichen hätten sonst das ganze CO2 Gesetz zu Fall gebracht. Dabei wären selbst massive Preisaufschläge durch eine CO2 Abgabe auf Treibstoffen durchaus sozialverträglich: Die Erlöse der CO2-Abgabe werden ja pro Kopf an die Bevölkerung zurückerstattet! Ein hoher Benzinpreis würde gleichzeitig den Druck auf die Auto-Industrie verstärken, verbrauchsärmere Fahrzeuge anzubieten.

Eine Alternative wäre auch eine teilweise Verbilligung des öffentlichen Verkehrs. Allerdings braucht auch dieser Energie und ein schrankenloser Ausbau wäre nicht sinnvoll.

P.S.: Einige weitere interessante Infos. Noch immer sind auf dem Arbeitsweg die Autos meist nur mit einer Person besetzt. Und auch im Freizeitverkehr werden durchschnittlich nicht einmal zwei Personen pro Auto gezählt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den letzten Jahrzehnten hat die Anzahl zurückgelegter Fahrzeugkilometer massiv zugenommen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle der Grafiken: BFS, Mobilität und Verkehr 2010 (PDF)

 

 

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No Comment »

  • Theo Schmidt sagt:

    Vielen Dank für die Info. Ich sehe das genau so. Es wird zu viel mit zu schweren Autos zu schnell und zu gefährlich gefahren. Das mächtige Auto- und Werbegewerbe überzieht die Schweiz mit Autopropaganda, so dass auch die Redaktionen der Medien sich gegen die Autoauswüchse kaum mehr wehren, im Gegenteil.
    Unsere Verwaltungen tun das übrige durch die Bewilligung von zu vielen Parkplätzen und den Bau von immer mehr Strassen und dem Ausbau der bestehenden.
    Die Probleme sind zwar erkannt, aber wirkliche Besserung dürfte nur mit grünen Mehrheiten erfolgen.

  • Matti sagt:

    Hatten wir doch schon mal in den 90ern: 5 DM in Deutschland auch von den Grünen zur Debatte lanciert. Jetzt ist der Preis fast schon dort, aber dortzumal ein extremer Angriffspunkt auf die Grünen. Das wirst Du auch 20 Jahre danach ernten.

    Der Ölpreis war immer ein politischer Preis, er hat nur in kurzfristigen Schwankungen Markteinfluss, strategisch aber ist es ein “derzeit” militärisch gesichertes Gut. Der marktwirtschaftliche Preis würde sich weit über 5 Franken bewegen, da bin ich überzeugt. Der ökologische Preis ist sowieso nicht zu zahlen.

    Zuletzt finde ich die Debatte unrealistisch. Damit gewinn man keinen Blumentopf. Ich fände es viel wichtiger, dass die Schweiz ein hartes, aber realistisches Szenario entwickelt, bis zu dem Zeitpunkt, wo wir 0% Öl, Gas und Kohle importieren und trotzdem den Komfort des heutigen Leben führen können. Neben dem Atomausstieg, müssen wir auch den Öl, Gas, und Kohleausstieg angehen und als Grüne fordern. Technisch schon heute möglich, die Umsetzung wird uns viel Kraft kosten, aber auch viel Arbeitsplätze besorgen. Und wir sparen verdammt viel Geld, die Schweiz gibt für Treibstoffeinkäufe jährlich mehrere Milliarden aus.

    Ich bin überzeugt, dass wir mit Einsparungen in diesem Bereich indirekt mit Zins- und Zinseszins die nötigen Investitionen tilgen können.

    Aber als Grüne haben wir eher die Schlagkraft um rote Velostreifen zu machen, was ich eine gute pragmatische Idee finde. Grossangelegte Visionen, wie 0% Atom, Gas, Kohle oder Öl sind noch nicht fällig, obwohl die Schweizer seit 1291 von 720 Jahren nur ca. 150 Jahre überhaupt eines dieser Rohstoffe hatten.

  • Hutter sagt:

    Sehr geistreich….

    Ich, wie auch tausende andere, bin beruflich darauf angewiesen, das ich Termingerecht bei den Kunden erscheine. Wie bitte stellt Ihr Grünen auch das vor?
    Etwa mit dem Zug dorthin wo es keine Schienen gibt. Fern von jeglicher Realität….
    Aber wenn ich natürlich nur zwischen Bern Bundeshaus und Wohnort pendle dann passt das schon…..

    Ausstieg aus dem Atomstrom? Ok… aber sobald irgendwo ein Flusskraftwek gebaut weden soll stehen gleich die selben Grünen wieder da und erheben Einsprache….
    Was soll denn das.

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