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Freund von B.M. schlägt als Parole gegen Asylsuchende “vergasen !” vor

Eingereicht on 03.07.2012 – 17:35 14 Comments
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Update 23.05h: Handelt es sich beim Freund von B.M. (T.M.) um einen Fake-Account? und ein Kommentar

Am Sonntag, 1. Juli 2012, um 16.33h hat T.M. auf Facebook eine neue Antwortvariante eingegeben auf die Frage “Wir suchen gute Sprüche für Flyer, Plakate, etc. Wie lautet dein NEIN Spruch zum geplanten Asylzentrum im Muotathal?” (Gestellt in einer Gruppe namens “Keine 750 Asylbewerber-Betten im Muotathal”). Seit dem Sonntag 1. Juli 2012 um 17.05h ist der unterdessen bekannte B.M mit T.M befreundet. Offensichtlich ist B.M. der Wirbel um seine Aussagen keine Lehre. Er sucht die neuen Freunde im gleichen Umfeld wie die alten:

 

 

 

 

 

Denn T.M. ist offensichtlich ziemlich rechtsextrem eingestellt. Sein öffentlich einsehbarer Vorschlag  für einen Nein-Spruch zum geplanten Asylzentrum ist kurz und eingängig. Und erschreckend. Nur ein Wort lang: “vergasen”.

 

 

 

 

 

Meine Frage ist nicht nur, welche kranken Sprüche hier geäussert werden. Meine Frage ist auch: Warum gibt kein Medium einer Journalistin/einem Journalisten eine Stunde Zeit, solche öffentlich zugänglichen Informationen zu “recherchieren” (…eine etwas hochstehende Bezeichnung für auf Facebook surfen)? In Kürze liesse sich ein ganzes Netzwerk erstellen.

Oben sind Ausschnitte (Screenshots) bei denen ich mit der Maus über dem Datum blieb. Dann sieht man die genaue Zeit. Hier unten noch die ganzen, normalen Screenshots (Namen und Fotos dritter, welche nicht Personen der Zeitgeschichte sind, verpixelt. Und der Hinweis auf meinen anderen Artikel, “Unheimliche Patrioten 2.0”.

 

 

 

 

 

 

Handelt es sich bei T.H. um einen Fake-Account ?

(Update 3.7.2012/23:05h) Die Geschichte wird spannender, aber auch komplizierter. Durch einen Facebook-Bekannten wurde ich darauf hingewiesen, dass das Profil-Foto, welches den Account von T.M. ziert, vermutlich von einer anderen Website kopiert wurde. Unter einem anderen Namen ist dort die gleiche Foto als Foto des Vorsitzenden eines Vereins in Limburg, Deutschland. Möglicherweise handelt es sich also beim T.H. Account um eine verdeckt agierende Person. Und vermutlich weiss die Person in Limburg gar nichts über die missbräuchliche Verwendung ihres Fotos unter einem anderen Namen in einem problematischen Kontext – ich habe sie darum per Mail informiert. Auf ein Fake-Profil hindeuten würde auch die sehr kurze öffentliche Timeline – ggf. ist es auch eine Person, die unter falschem Namen/Bild in Facebook agiert aber mit intelligenteren Privacy Settings als die bisher aufgedeckten Fälle – d.h. allfällige andere rassistische Äusserungen wären nur für ihre Fb-Freunde sichtbar.

Kommentar zu den Fällen A.M, B.M., Rassismus und der Rolle der Medien

Nun müssten endlich die Profis ans Werk. Ich bin ja nicht Journalist. Hier liegen Stories auf der Strasse – bückt sich jemand, liest sie und bereitet sie auf? Die Netzwerke der rechten SVPler müssen geprüft werden. Die einzelnen Einträge eingeteilt und bewertet. Der Auftrag aus meiner Sicht wäre auch klar. Es kann und darf nicht darum gehen, eine breite Hetzjagd gegen einzelne zu machen. Darum habe ich auch die Namen auf meinem Blog verpixelt.
Die Arbeitsfrage wäre simpel aber wichtig: “Stimmt die Behauptung der SVP, dass die beiden bekanntgewordenen Fälle kein Trend sind – oder gibt es noch mehr Scharniere zwischen der Partei und dem offenen Rechtsextremismus?” Dass der Rassismus im eigentlichsten Sinne des Wortes auch Notablen von SVP und FDP nicht fremd ist, wissen wir seit langem (Stichwort: Gründung der Arbeitsgruppe südliches Afrika durch Blocher 1992, Mitgliedschaft von alt-BR Merz). Dass eine Partei, die über 20 Jahre Hetze gegen Fremde und gegen Nichtschweizer, die hier leben, betreibt, so oder so eine Verantwortung für das politische Klima im Land hat – auch wenn die A.M. und B.M.’s jeweils rasch zum Austritt aufgefordert werden – das wissen wir auch. Und wir wissen leider auch, dass unterdessen leider viele bürgerliche Parteien beschlossen haben, diese Verantwortung partiell zu teilen… Eine breite direkte Vernetzung von SVP-Mitgliedern, gar noch mit Ämtern oder auf dem Weg dazu, mit rechtsradikalen Kreisen in der Schweiz dagegen – das wäre effektiv News.
Hier liegt ja auch der Unterschied zu den mir nun auch zugetragenen Beispielen von unappetitlichen bis möglicherweise strafbaren Äusserungen gegen SVP-Politiker, die es ja offensichtlich auch gibt auf dem Netz. Scheinen es dort, jedenfalls in den mir bekannten Beispielen, vorab Früh- und Spätpubertierende ohne Parteibüchlein zu sein, so waren die beiden in den Medien erwähnten Fälle SVP Mitglieder mit öffentlichen und Partei-Ämtern resp. mit der Perspektive einer Kandidatur auf der SVP-Liste. 

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14 Comments »

  • Stefan Weber-Aich sagt:

    Lieber Balthasar,

    gibt es einen Grund dafür, warum du B. M. nur so nennst?
    Würde gerne selber ein wenig “recherchieren” ;-)
    LG | Stefan

  • @NowhereDom sagt:

    Guten Abend Herr Glättli

    Gemäss meinen Beobachtungen hat sich der Bestand an FB-Freunden von B.M. seit Bekanntwerden des Skandals drastisch reduziert. (Von 725 auf 642) Wie ist es ihrer Meinung nach zu beurteilen, dass sich Leute wie Hans Fehr, Yvette Estermann oder Ruedi Noser noch nicht aus dem Dunstkreis des Irren entfernt haben?

    Ich hoffe auf Konsequenzen – strafrechtlicher, politischer oder zumindest gesellschaftlicher Natur.

    Es grüsst,
    Dominik Studer

  • Mein Grund: Ein gewisser Persönlichkeitsschutz gilt auch für Andersdenkende. Wenn der Name schon breit bekannt ist und der Betreffende ein Amt hat und sogar mit Namen eine PK macht, wie im Fall Alexander Müller, ist das natürlich eine andere Sache.

  • Ehrlich gesagt ist bei PolitikerInnen die Anfragedichte so hoch – habe ich selbst erlebt – dass es nicht möglich ist, jede Anfrage vertieft zu prüfen. Aber klar: wenn man den Skandal in vielen Medien hat, dann sollte man schon rasch schauen, ob die betreffende Person in der eigenen Freundeliste ist… Vielleicht sind die genannten in den Ferien? Sie sehen: Ich will nicht auf Hexenjagd machen. Ich vermisse vielmehr saubere Recherchen von guten JournalistInnen, die dann auch den Personen nachgehen und schauen, ob sie allenfalls ein Amt in der SVP haben, als Kandidaten gelistet sind oder eher “freischwebend” unterwegs oder in anderen Rechtsaussen-Zirkeln. Dieser Aufgabe hat sich bisher leider kein Medium angenommen (oder ich hätte es verpasst).

  • @NowhereDom sagt:

    Professionelles Vorgehen. Hexenjagd ist absolut das falsche Vorgehen. Es soll auch nicht darum gehen, jemanden an den Pranger zu stellen. Vielmehr sollte das Resultat der Diskussion sein, dass gerade Politiker sich bewusst werden, dass Social Media keine private, sondern eine öffentliche Angelegenheit ist. Eine vermehrte Reflexion des Verhaltens müsste künftig vermehrt eine Rolle spielen.

  • Ich habe keine Antwort auf “Meine Frage ist auch: Warum gibt kein Medium einer Journalistin/einem Journalisten eine Stunde Zeit, solche öffentlich zugänglichen Informationen zu “recherchieren” (…eine etwas hochstehende Bezeichnung für auf Facebook surfen)?”

    Wie ich festgestellt habe ist’s sogar noch schlimmer, die Journis unternehmen nicht mal was, wenn man ihnen die Informationen auf dem silbernen Tablett (bzw. Twitter) präsentiert. Meinen Blog-Eintrag zu TK habe ich am Sonntag, 1.7.2012 veröffentlicht: nachtwaechter_artikel.

    Die Info habe ich via Twitter an verschiedene Journis weitergegeben, so zum Beispiel an @PeterBurkhardt oder @mbinswanger. Reaktion? Leider Fehlanzeige.

    Offensichtlich interessiert sich niemand dafür oder solche Aussagen werden als akzeptabel angesehen.

  • WOZU DIESES THEATER???
    Solche Posts – so idiotisch und rassistisch sie sein mögen – erreichen ein paar Tausend Personen: “SO WHAT!?!”. Sie haben weder die Kraft/Macht einer Person, geschweige denn unserer demokratischen und politisierten Gesellschaft irgendwelchen Schaden beizufügen!
    Wird die Sache jedoch in den Mainstream-Medien breitgetreten oder gar, wie vom Autor gefordert durch politische Organe untersucht und dann von staatlicher Seite kommentiert, erhält die Angelegenheit eine viel zu grosse und unverdiente Aufmerksamkeit!

    Die neuen Medien (Blogs, Facebook, Twitter etc.) sind wie geschaffen für unser politisches System. Sie ermöglichen es jedem Bürger kostenlos(!) seine Ansichten zu teilen und Mitstreiter zu gewinnen. Dies setzt auch unsere Mainstream-Medien unter Druck, welche praktisch ausschliesslich Depesche-Meldungen drucken/posten.

    Das absolut dümmste Mittel ist deshalb die Zensur und Gesetze, welche die freie Meinungsäusserung einschränken. Ich befürchte, dass die meisten Leser dieses Blogs die Vorzüge des freien Marktes nicht zu schätzen wissen – dennoch ist dies ein Paradebeispiel, wie unnötige Regulierung unnötige Probleme schafft.

  • @Pudelworld: Mein Kommentar zeigt genau was ich richtig und wichtig finde. Eine Untersuchung von politischen Organen oder staatliche Kommentare habe ich nirgends gefordert, da müssen Sie mich mit jemand verwechseln. Eine saubere Recherche dagegen ist durchaus angebracht. Und wo angemessen auch eine juristische Beurteilung. Zudem: Wenn Sie die Meinung teilen, alle diese Facebook-Äusserungen seien öffentlich (man kann das auch differenziert betrachten) – ich denke sie tun das, denn wenn man das nicht so sieht, würden die neuen Medien auch nicht die Mainstream-Medien unter Druck setzen! – , dann müssten auch die strengeren Massstäbe für öffentliche Äusserungen angewandt werden.

    Zudem: Der Rassismus geht nicht aus der Welt, wenn man ihn totschweigt oder verharmlost. Im Gegenteil. Er kommt leider immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an.

  • @Balthasar Glättli
    Wer soll den legitimiert sein, eine “saubere Recherche” zu machen? Mit der “juristischen Beurteilung” rufen sie ja direkt nach staatlichem Eingriff! Dieser wird aber in jeder Form den gesellschaftlichen und politischen Diskurs unfair einschränken.

  • @Balthasar Glättli
    aus aktuellem Anlass muss ich den noch nachschieben…
    Während Jahrhunderten haben Kirchen in para-staatlicher Manier Menschen unterdrückt und beseitigt, welche sich gegen deren Weltbild aussprachen. Wie heute bekannt wurde, hat das CERN nun mit dem Nachweis des Higgs-Teilchens die Schöpfungsgeschichte (und damit die Legitimationsgrundlage) aller Religionen und Kirchen widerlegt.

    Ich distanziere mich in aller Form von jeglichen rassistischen Äusserungen(!), bin jedoch der Meinung, dass wir daraus Lehren ziehen sollten und JEDEM Menschen sein Grundrecht auf Meinungsäusserung gewähren sollten.

  • Patricia Kitoko sagt:

    Die Medien interessieren sich tatsächlich nicht für solche Tatsachen. Ich hätte einige zu erzählen, dabei will man eigentlich nur heiraten.

    Solche Äusserungen sind sofort zu unterbinden und das Konto muss sofort gesperrt werden. Da kommt man sich ja vor wie bei der EM, wo Italien Deutschland rausgeworfen hat. Da der Torschütze per Zufall Afrikaner ist, kamen dann auch entsprechende ‘nette’ Kommentare.

    FB ist nicht schlecht, aber es wird dabei oft vergessen, dass hinter jedem Bildschirm ein Mensch sitzt und das man auch mit solchen Kommentaren Hass schnüren kann.

    Wieso FB da nicht handelt ist mir unbegreiflich!

  • Das ist schade. Und offensichtlich ist es ja nicht so schwer zur Info zu kommen, ich habe sie mit kurzem Surfen zwei Tage später ja auch herausgefunden…

  • Patricia Kitoko sagt:

    Ich habe eben gesehen das der ‘Vorschlag’ immer noch online ist. Und ich frage mich auch warum das niemand aufgreift. Immerhin ist es eine krasse Bemerkung die weit unter die Gürtellinie geht. Da kommen einem die Verbrechen und Taten eines gewissen Herrn H. in den Sinn……

  • rentapwha sagt:

    interessante freundeslisten. (ein wenig schwindlig wirds einem beim lesen)

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